Tobsucht

Ich hatte in der Schule einen Mitschüler, der unter Tobsucht litt. Das wirkte sich so aus, dass wenn dieser gereizt wurde, er auf seinen „Gegner“ ohne Konzept losstürmte, auf ihn einboxte und sich dann an ihn klammerte. Das ergab meist ein kroteskes Bild, da er sich, nach dem er zu Seite gestossen wurde, wie ein Hund sich einfach an das Bein klammerte. Sein Gesicht war dabei rot, Tränen liefen runter und sein Gewimmer lockte noch mehr Neugierige an.

Inzwischen sehe ich das Bild auch in der Politik. Die SVP will ums verrecken „ihre“ demokratisch gewählte Bundesrätin ausschliessen, obwohl die Gründe, die kaum nachvollziehbar sind, immer und immer wieder gebetsmühlenartig herunter geleiert werden. Ein Tobsuchtsanfall, der mit allen vernünftigen Mitteln nicht gestoppt werden kann!

Kein einziger der Hardliner der Partei hat sich bemüht, mit Frau Widmer-Schlumpf das Gespräch zu suchen. Es wird nach US-Style argumentiert. Keine Diplomatie, nur Verurteilungen basierend auf Vermutungen und festgefahrenen Vorurteilen. Sollten die SVP-Anhänger weiterhin ihre Blindheit gegenüber der Parteiführung nicht einsehen, so wird der Schweiz bald so was ähnliches wie Deutschland vor 75 Jahren passieren.

Zu übertrieben? Wer mal die Anfänge der NSDAP in Dokumentarfilmen verfolgt, wird erschreckend viele Paralellen zur SVP finden.

 

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